Dementsprechend fit waren wir also, als unser Flieger Abends in Richtung Fiumicino abhob. Egal, sagten wir uns – wenn wir in Rom ankommen einfach nur noch schnell ins Hotel, 12 Stunden durchschlafen und am nächsten Tag wieder wie neu geboren sein. Die Motivation war also einigermaßen hoch, als wir um Mitternacht in Rom aus dem Flieger stiegen.
Als wir eine Stunde später mutterseelenallein noch immer am Gepäckband standen, das einsam und vollkommen leer in der italienischen Nacht seine Runden drehte, war die Motivation schon nicht mehr ganz so hoch.
Wie wir von einem freundlich-desinteressierten Mitarbeiter am Infoschalter erfuhren, hatte es unser Gepäck nicht einmal aus Salzburg hinausgeschafft und würde bis auf weiteres auch dort bleiben.
Schnupfend, schniefend und hustend machten wir uns also völlig Gepäck-befreit auf den Weg nach draußen, wo zu dieser Uhrzeit natürlich kein Shuttlebus mehr zu bekommen war. Nach einer abenteuerlichen Taxifahrt um heiße 45 Euro waren wir um 02.00 Uhr früh endlich unserem einzigen Ziel nahe: dem Bett.
Vom Nachtportier wurden wir herzlich empfangen und verwundert gefragt, ob wir denn gar kein Gepäck hätten. Kurz gelacht, schleppten wir wenn schon nicht unsere Rucksäcke dann zumindest uns selbst in den zweiten Stock, wo uns der freundliche Herr von der Rezeption eine angenehme Nacht wünschte und mit galantem Schwung die Zimmertür öffnete.
Weniger galant war der Schwung, mit dem er nach kurzem Aufquieken die Tür wieder eilig hinter sich ins Schloss zog, nachdem er den beiden dort im Bett liegenden Personen wohl einen halben Herzinfarkt beschert hatte. „Is someone in se room!“ Ah!
Also wieder hinunter zur Rezeption, der Traum vom Bett wieder in weite Ferne gerückt. Während wir Aspirin-Leichen schon den Tränen nah waren, telefonierte der Rezeptionist aufgeregt mit seinem Chef, nur um uns kurze Zeit später mitzuteilen, dass niemand wisse, wer die beiden Personen in unserem Zimmer seien und was sie dort machten. Ein kurzer Blick in seine Liste ergab außerdem folgendes: „We has no other room for you!“
Nachts um halb 3, in der Nacht vor Ostersonntag legte uns der nette Herr also nahe, wir mögen uns doch ein anderes Hotel suchen. Nachdem ich ihm ruhig und freundlich erklärt hatte, dass die Situation für uns so recht ungünstig sei (Szene im Sinne des Jugendschutzgesetzes leicht umgeschrieben), fand das Hotel dann doch noch ein Zimmer für uns. Wenn wir auch keine frischen Unterhosen, keine Zahnbürste und kein Deo hatten, so hatten wir doch zumindest ein Bett und unser Aspirin. Und mehr braucht man manchmal nicht zum glücklich sein.
| Alle Wege führen nach Rom (gilt nicht für Gepäck) |
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