Dienstag, 25. Oktober 2011

Mich gruselt’s

Halloween versteh ich nicht. Sich als Geist oder Vampir verkleiden und bei fremden Menschen an der Tür um Süßigkeiten bitten. Wenn wochentags mein Wecker klingelt, sehe ich auch aus wie aus einem Gruselfilm – stelle ich mich deswegen vielleicht bei den Nachbarn vor die Tür und bettle um ein Stück Schokolade?

Vielleicht liegt es daran, dass ich schon kein Fan von Fasching bin. Mein letzter Versuch, den Fasching lustig zu finden, endete 10min nach Abfahrt von zu Hause damit, dass ich als Marienkäfer (das klingt jetzt sehr uncool. Vielmehr war es aber ein Batman-artiger Action-Marienkäfer) verkleidet in einem sibirischen Schneesturm bei der Tankstelle fluchend und vergeblich versuchte, mein ausgebranntes Autolicht zu wechseln. Ha ha.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich nicht bereit bin, meine Schokolade mit irgendjemandem zu teilen. Also werde ich es auch dieses Jahr wieder so halten, wie ich es zu Hause schon für die Drei Heiligen Könige gelernt habe. Fernseher auf lautlos, Licht aus und einfach so tun, als ob niemand zu Hause wäre.

Hör auf deinen Baumax (wenn du ihn erwischt)

Während des Umzugs habe ich gefühlte 1000 Stunden in Salzburgs Baumärkten verbracht. Einerseits deswegen, weil ich wir tatsächlich jeden Samstag aufs Neue feststellen mussten, dass noch eine Dose Spachtelkit/ Aufputzdose / Karnisenblende breit fehlte, andererseits deswegen, weil auch die kleinste Besorgung in einem dieser Märkte jedes Mal Stunden in Anspruch nahm.

Eine 100%ige Erfolgsstrategie gab es dabei nie – unsere anfänglichen Versuche outeten uns jedoch sofort als Baumax-Neulinge: wir stellten uns bei Fragen an den Infoschalter. Und warteten. Und warteten. Und.... warteten. Aus dem Morgen wurde Mittag, aus dem Mittag Abend – und noch immer starrten wir mutterseelenalleine den Baumax Infopoint an.

Wir beschlossen also, in die Defensive zu gehen, und einen der freundlichen Mitarbeiter direkt am Tatort abzufangen. Was jedoch nicht minder erfolglos war. Wer schon einmal Pacman gespielt hat, weiß es: als normalsterblicher Blinky ist es nicht einfach, das gelbe Ding zu erwischen, das mit rasender Geschwindigkeit um die Ecke des Labyrinths verschwindet. Immerhin verzichtet Pacman auf die dreiste Lügenaufschrift „Ich helfe Ihnen gerne weiter“.

Nachdem auch diese Strategie nicht fruchtete, kann ich mittlerweile nur noch ein Vorgehen empfehlen: sich bereits bei Betreten des Baumarkts von hinten an einen Mitarbeiter anpirschen, ihn mit lautem Kampfschrei zu Boden ringen, seine „Für diese Abteilung bin ich nicht zuständig!“-Rufe mit einem Maßband ersticken (das man ohnehin immer dabeihaben sollte, da der mühsam eingefangene Mitarbeiter sonst mitten unterm Gespräch die „Da muss ich jetzt schnell ein Maßband holen“-Fluchtausrede versuchen wird) und ihn am Kragen in die Abteilung schleifen, in der man sein gewünschtes Produkt vermutet.

Achtung: funktioniert nicht in allen Baumärkten. Nur schaudernd denke ich an meine Begegnung mit ihm zurück. Dem OBI-Biber.

Salem vs. Salami

Salem ist der Kater unseres Nachbarn. Eigentlich wissen wir weder, ob er ein Kater ist, noch ob er Salem heißt, aber er sieht so aus wie die Katze aus „Sabrina“ (was bei Gott nicht für ihn spricht).

Salem besucht uns nahezu täglich, obwohl er uns nicht leiden kann. Im Gegensatz zu seiner Katzenkollegin Champagner (die leider wirklich so heißt) stürmt er nicht mit schreckgeweiteten Augen aus dem Garten, wenn wir uns im Wohnzimmer bewegen, sondern baut sich anklagend vor unserer Terrassentür auf. Er macht sich nicht die Mühe zu miauen, schließlich weiß er, dass ich innerhalb von 5 Minuten entzückt gurrend und mit einem monströsen Wurstrad bewaffnet die Tür aufreißen werde.

Kaum ist die Tür geöffnet, betritt er majestätisch sein Reich und würdigt weder mich noch die Wurst eines Blickes. Auf jegliche Streichelversuche reagiert er mit gerümpfter Nase und angeekeltem Blick. Neuerdings setzt er sich gerne auf unsere Couch, um sich ausgiebig zu putzen.

Und manchmal darf ich dann sogar im anderen Eck meiner Couch sitzen, während ich mein Wurstrad esse. Danke, Salem.



Ey Alda, was machst du auf meiner Couch?!