Da unser 5-Sterne-Gutshof erstens mitten im italienischen Nirgendwo gelegen war und wir dort zweitens öffentlich als Billigbucher defamiert wurden (beim Abendessen stand auf unserem Tisch ein großes Schild, das nicht wie wir zuerst angenommen hatten, die Aufschrift „Holzer“, sondern „Hofer“ trug), waren wir ziemlich viel mit dem Auto unterwegs.
Auf einem dieser Ausflüge wurde unsere speziell gebrannte Urlaubs-CD jedoch plötzlich von einem Düsenjet überdröhnt. Nachdem dieser Düsenjet ungewöhnlich lang genau über uns zu kreisen schien, mussten wir bald darauf feststellen: wir hatten gar keinen Düsenjet, wir hatten einen Auspuff, der sich gerade von unserem Auto löste.
Nachdem wir eine halbe Stunde am Straßenrand damit zugebracht hatten, – Achtung, MacGyver! – mit Sandros Schlüsselanhänger die traurigen Reste unseres Auspuffrohres wieder an unseren Toyota zu ketten, ohne dass dieser dabei in Flammen aufging, traten wir unsere lautstarke Rückreise zum Hotel an. Der Rezeptionist freute sich schon von Weitem, als die Billigsdorfer-Urlauber mit ihrem Schrottauto jetzt auch noch mit vollem Prolo-Gewumme auf dem Gutshof vorfuhren und verwies uns freundlich an die Werkstatt seines Vertrauens.
Dort wurde wieder einmal schmerzlich klar, dass in meinem „Italienisch in 30 Tagen“-Lehrbuch einige wichtige Kapitel gefehlt hatten. So hätte ich dem netten Herren dort zwar erklären können, dass neben meinem Bett ein Sessel steht, nicht aber, dass mein Auspuff auf der Schwelle des Todes stand. Erst später wurde mir klar, warum er auf meine von wilder Gestikulation begleiteten „Exhausto! Exhausto!“ Ausrufe nicht reagierte.
Ob der italienische Mechaniker am Ende tatsächlich verstand, was wir ihm zu erklären versuchten, oder uns einfach nur loswerden wollte, wird uns wohl auf ewig verborgen bleiben. Auf jeden Fall setzte er uns für 25 Euro in ein Taxi und schickte uns zurück ins Hotel, wo wir im strömenden Regen in unserem Zimmer saßen, bis wir am nächsten Tag um 25 Euro wieder ein Taxi zurück zur Werkstatt nehmen durften und dort für 300 Euro unser notdürftig repariertes Auto in Empfang nehmen konnten. Bis nach Hause sind wir mit dem Auto dann sogar noch gekommen. Und falls es mal jemand brauchen sollte: Auspuff heißt auf Italienisch „scappamento“.
| Vicenza: Venedig für Arme (Hofer-Bucher) |
Ich wünsche Ihnen mehr Glück planen den nächsten Urlaub!
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