Pläne sind schon eine witzige Sache. Man macht sie mit einem
klaren Ziel vor Augen, um etwas Bestimmtes zu erreichen – und ist in 99% der
Fälle dann erst recht auf die hohe Kunst der Improvisation angewiesen, weil aus
Plänen leider nur ganz selten auch wirklich etwas wird.
Im Kleinen merkt man das relativ schnell: Kaum hat man zum
Beispiel geplant, heute mal früher von der Arbeit heimzugehen, weil man noch
etwas vor hat, kann man sich sicher sein, dass man genau an diesem Tag sogar
zwei Stunden länger als sonst im Büro sitzt. Oder so: heute Abend
Melanzani-Auflauf geplant? Dann stehen die Chancen richtig gut, dass spontan im
ganzen Land ein akuter Auberginen-Engpass aufgetreten ist. Oder: du brauchst
eine neue Hose? Vergiss es! Bis zu dem Zeitpunkt, an dem du wegen
vorübergehender Budget-Probleme eigentlich kein Geld mehr für Kleidung ausgeben
wolltest, wirst du nur von zu großen, zu kleinen, zu roten, zu engen oder
einfach nur zu hässlichen Hosen umgeben sein!
Im Kleinen sind solche Dinge nervig, überhaupt wenn man wie
ich ein großer Vorplaner ist, der am Liebsten heute schon auf einer sauber
geführten ToDo-Liste vermerken würde, was er im Jahr 2045 zu Weihnachten isst.
Richtig lustig wird es aber, wenn man in größeren Dimensionen plant. Schon mal
darüber nachgedacht, wie du dir dein Leben mit 30 vorgestellt hast, als du 13
warst?
Ich wäre demnach heute Chefredakteurin des „Metal Hammer“
und hätte zwei hochintelligente Kinder. Was mit Oliver und Astrid passiert
wäre, während ich Eddie Vedder interviewt hätte, habe ich damals nicht notiert,
aber höchstwahrscheinlich hätte in der Zwischenzeit Kurt Cobain auf sie
aufgepasst.
Was ich damals nicht bedacht habe, war nicht nur, dass die
Sache mit Kurt Cobain schwierig werden würde, sondern auch, dass so ziemlich
alles andere anders kommen würde als gedacht. Manchmal ist es lustig, manchmal traurig
oder einfach nur kurios, seine Lebenspläne von heute mit denen von früher zu
vergleichen und meistens erschließt sich einem die alte Weisheit „Wenn du Gott
zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen“ in solchen Momenten
auf eine ganz neue Art und Weise.
Nichtsdestotrotz wäre das Leben ohne Pläne nur halb so
lustig – und wenn nur deshalb, weil man im Nachhinein mit genug Katastrophenhumor
über ihr Scheitern lachen kann. Deshalb bin ich auch nach wie vor nicht von
meinem Plan abzubringen, innerhalb der nächsten zehn Jahre den Lotto
Vierfach-Jackpot zu knacken, den Friedensnobelpreis für die Erfindung des
temperierten Ganzkörperanzugs zu erhalten oder zumindest als Gründerin des
ersten Katzen-Kinderheims auf Zakynthos in die Weltgeschichte einzugehen. Hör
ich da jemanden lachen? Halloooo….???