Manche Tage lassen einen einfach schon in den ersten Sekunden wissen, dass da nix Besseres nachkommt. Leider kann man solche Tage aber nur sehr selten zu Hause unter der Bettdecke verbringen, sondern muss auch noch hinaus in die Welt, mit all ihren Leuten, Autos und anderen nervigen Dingen.
Es soll ja Leute geben, die sich in solchen Situationen morgens trotzdem im Spiegel angrinsen und sagen „Heute wird ein toller Tag!“ Im Sinne einer Self-fulfilling Prophecy mag das durchaus Sinn machen, ich kann mich dazu trotzdem nicht überwinden.
Vielmehr versuche ich den Blick in den Spiegel an solchen Tagen generell zu vermeiden, da dabei meistens ohnehin nur ein weiterer Bad-Hair-Day zu Tage kommt. Und sollte ich mich doch unabsichtlich im Spiegel erblicken, knurre ich mich höchstens böse an und stelle fest, dass ich genauso aussehe, wie ich mich fühle: Scheiße.
Nachdem mir beim Zähneputzen die Tube explodiert ist und ich beim Griff nach dem Handtuch sämtliche Fläschchen und Behälter von der Ablage gefegt habe, trete ich mir beim Stiegen steigen selbst auf das zu lange Bein jener Hose, die mich gerade vorher wieder mal nur mit äußerster Not den obersten Knopf schließen hatte lassen, und reiße mir dabei ein Loch in die Jacke.
Nachdem ich hierauf ca. 20min lang versucht habe, mit meinem Werbegeschenks-Schaber das Blitzeis von meinem Auto zu entfernen und mir dabei halb die Schulter ausgekegelt habe, fahre ich grob verspätet in Richtung Arbeit los. Einen naiven Moment lang denke ich mir, ich könnte die Verspätung noch aufholen, während just in diesem Augenblick ein Traktor, Betonmischwagen, Klein-LKW und 40km/h-Auto vor mir auf die Strasse biegen.
Nähere ich mich einer Ampel, springt sie lachend sofort auf rot, während gleichzeitig meine Benzinfüllstandsanzeige beginnt, in der selben Farbe zu leuchten. Logischerweise ist ab jetzt auf den nächsten 30km keine offene Tankstelle mehr zu finden. In Hintertupfing finde ich dann – kurzzeitig daran glaubend, dass der Tag nun besser würde – doch noch eine offenen Tanke und pumpe rein was geht. Als ich dem verschrobenen Tankstellen-Bauer jedoch meine Bankomatkarte reiche, lächelt er nur milde und meint: „Mir nehman nur Bores!“. Ein Blick in die Geldtasche verrät daraufhin folgenden Kontostand in Bar: 52 Cent. Freundlich zum nächsten Bankomaten im 10km entfernten Vorderhintertupfing verwiesen, lasse ich also meinen Führerschein als Pfand zurück und fahre in die tiefste Pampa, um dort Geld abzuheben, wieder zurückzufahren, mein Benzin zu bezahlen und mich weiter auf den Weg in die Arbeit zu machen.
Irgendwann komme ich dann auch meistens dort an. Und während ich meinen Computer hochfahre, denke ich einfach ganz fest daran, dass auf Regen ja bekanntlich immer Sonnenschein folgen soll.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen