Ich. Werde. Mich. Nicht. Ärgern. Mit diesem Mantra steige ich jeden Tag mit besten Vorsätzen ins Auto. Und trotzdem verwandle ich mich spätestens 10min später meist in eine wild gestikulierende und laut fluchende Furie.
Dabei fahre ich eigentlich gern Auto. Zumindest wenn schönes Wetter ist. Und ich die Strecke kenne. Und gute Musik im Radio läuft. Und keine anderen Autos auf der Straße sind.
Ich behaupte ja bei Gott nicht von mir selbst, der beste Autofahrer der Welt zu sein. Immerhin konnte ich meinem Fahrlehrer den Führerschein nur mit dem hochheiligen Versprechen abluchsen, dass ich dafür drei Mal nach Maria Plain pilgern würde. Andererseits war ich bei der Führerscheinprüfung auch nicht diejenige, die auf die Frage „Du willst ausparken, hinter dir biegt ein Auto in die Straße und blinkt – was machst du?“ mit „Ich steige aus und putze die Spiegel“ geantwortet hat.
Nichtsdestotrotz bringt mich als Pendler das Autofahren beinahe täglich zur Weißglut. Im Moment sieht mein Arbeitsweg so aus, dass ich mich 30% davon hinter einem Atem-beraubenden Traktor hinterherquäle, 50% wahlweise einen Oberösterreicher mit Hut oder Deutschen mit Wohnmobil vor mir verfluche, die auf der Bundesstraße statt mit 100km/h mit je nach Landschaftsbild ruckartig varriierenden 30 bis 40km/h dahinzuckeln und 20% davon bei einer der wie Schwammerl aus dem Boden schießenden Baustellenampeln warte, die jedes verdammte Mal zielsicher auf rot schalten, wenn ich mich ihnen nähere.
Oft komme ich mir dabei vor wie in einem Computerspiel: habe ich das eine Hindernis überwunden, taucht gleich das nächste auf und versperrt mir den Weg ins nächste Level...
Immer wenn ich dann knapp davor bin, aus lauter Verzweiflung mit dem Kopf unkontrolliert auf die Hupe zu schlagen, erinnere ich mich an mein zweites Mantra: es kann gar nicht so schlimm sein wie damals, als ich mit 200 tiefgefrorenen Donuts im Kofferraum auf der Autobahn im Schneesturm hängengeblieben bin.
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