Um dem Aufstehen wenigstens ein bisschen Grausamkeit zu nehmen, habe ich mir kürzlich voller Stolz meinen ersten Radiowecker zugelegt. Die Idee dahinter: statt bei dem nervtötenden Gepiepse wie von der Tarantel gestochen aufzuspringen, um nur ja schnell wieder Ruhe herzustellen, könnte ich mich zu launiger Musik ein letztes Mal im Bett strecken, pfeifend beide Beine über die Kante baumeln lassen und dann zu beschwingten Melodien ins Bad spazieren. Und wer weiß, vielleicht wäre es dann auch zu den Yoga-Übungen nicht mehr weit...!
Die Realität sieht leider anders aus. Mein neuer Wecker verfügt nämlich über eine perverserweise „Gentle Wake“ genannte Funktion, die ihn die Lautstärke des Alarms kontinuierlich ansteigen lässt. Ohne Möglichkeit, diese irgendwie zu regulieren. Szenario wie folgt: Radiowecker schaltet sich um 06.35 Uhr ganz „gentle“ ein und schraubt sich innerhalb von 30sek auf maximale Lautstärke – egal wie hektisch man dabei am Lautstärkeregler dreht, um endlich die mit Presslufthammer-Gewummere durchs Schlafzimmer dröhnende Lady Gaga zum Schweigen zu bringen.
Im Prinzip ist mein neuer Wecker also noch schlimmer als vorher. Statt Piep-Piep-Piep gibt’s jetzt „Po-Po-Poker Face“ – und der Abschaltknopf ist natürlich auch noch so klein, dass man ihn nur mit einem Rasterelektronenmikroskop findet.
Allerdings gibt es Hoffnung: Dr. Google hat mir verraten, dass ich der Gentle Wake Funktion ganz einfach den Hals umdrehen kann: ich brauche dafür nur einen kleinen Widerstand im Weckerinneren zu löten – und ich könnte mir vorstellen, dass ich dafür ziemlich talentiert bin! Also dann: Gute Nacht.
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| Klingeling bzw. Po-Po-Poker Face |

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